GEGENWIND
    Bürgerinitiative     Oedingen-Cobbenrode

Wieso wird der Strom immer teurer?

Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert.

Betreiber von Erneuerbaren Energien-Anlagen, die Strom in das Netz der öffentlichen Versorgung einspeisen, erhalten dafür eine festgelegte Vergütung. Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) verkaufen den eingespeisten Strom an der Strombörse. Da die Preise, die an der Börse erzielt werden, unter den gesetzlich festgelegten Vergütungssätzen liegen, wird den ÜNB der Differenzbetrag erstattet. Die Auszahlungen an die Betreiber von Erneuerbaren Energien-Anlagen übersteigen die Einnahmen aus dem Verkauf der Strommengen teilweise um ein Vielfaches. Dieser Differenzbetrag wird durch die EEG-Umlage auf alle Stromverbraucher umgelegt. Grundsätzlich müssen alle Stromverbraucher die EEG-Umlage bezahlen. Sie ist Teil des Strompreises. (lt. Bundesnetzagentur)

In 2020 erhalten Windkraftbetreiber pro erzeugter kWh eine fixe Vergütung von 6,2 ct (lt. Bundesnetzagentur). An der Strombörse wird der Strom mit ca. 3,8 ct pro kWh gehandelt. Die Differenz wird über die EEG-Umlage finanziert. In den ersten 5 Jahren der Inbetriebnahme werden

pro kWh eine Anfangsvergütung von 9,2 ct gezahlt.

Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist es den Produzenten von Ökostrom garantiert, dass ihr Strom zu jederzeit ins Netz eingespeist werden kann. Bei z.B. starken Küstenwinden reichen die Netzkapazitäten nicht aus, der produzierte Strom kann also nicht „abtransportiert“ werden. In der Folge müssen Windräder abgestellt werden. Für diesen nicht produzierten Strom erhalten die Betreiber Entschädigungen. Diese Entschädigungen kosten die deutschen Verbraucher Jahr für Jahr hunderte Millionen Euro. Im ersten Quartal des Jahres 2019 (es gab mehrere Sturmtiefs in Deutschland) mussten 3,2 Milliarden Kilowattstunden Windenergie runtergefahren werden, um einen Crash im Stromnetz zu vermeiden. Dies kostete die deutschen Verbraucher ca. 364 Millionen Euro, bezahlt über die Stromrechnung. („Welt“, Artikel vom 09.08.2019)

 

Häufig werden auch Stromüberschüsse an Nachbarländer verkauft, verschenkt oder sogar zu einem Negativpreis verkauft. In 2017 wurden in Spitzenzeiten über 83,00 Euro für eine Megawattstunde Strom an den Abnehmer ausgezahlt. Ein beliebtes Abnahmeland ist Österreich. Hier kann der Strom durch „Pumpspeicherwerke“ gespeichert werden. Um dieses verramschen des Stroms zu verhindern müssen Speicher- und Umwandlungsmöglichkeiten geschaffen werden und der Ausbau der Stromnetze erweitert werden. Es macht keinen Sinn, immer mehr und immer höhere Windkraftanlagen zu bauen. Wenn kein Wind weht produzieren sie keinen Strom und wenn zu viel Wind weht müssen sie abgestellt werden. Windenergie kann, wenn überhaupt, nur einen sehr geringen Beitrag zur Grundversorgung mit Strom beitragen.

                  

Zusammensetzung des Strompreises Beispiel E.ON Grund- und Ersatzversorgung Strom


KWKG-Umlage = Das Kraft-Wärme-Kopplungs Gesetz fördert die Modernisierung, den Aus- und Neubau von Kraftwerken, in denen parallel Strom und Nutzwärme erzeugt wird.

StromNEV-Umlage = Stromnetzentgeltverordnung, eine Umlage die Jeder Letztverbraucher zahlen muss.

Offshore-Netzumlage = Eine Umlage die wegen möglicher Entschädigungszahlungen an Betreiber von Offshore-Windparks eingeführt wurde. Diese Entschädigungen sind zu zahlen für den verspäteten Anschluss an das Übertragungsnetz an Land oder wegen lang andauernder Netzunterbrechungen.

AbLaV-Umlage = Mit der Umlage für abschaltbare Lasten werden Vergütungszahlungen der Übertragungsnetzbetreiber an Anbieter von sogenannter "Abschaltleistung" ausgeglichen. Das sind z.B. Industriebetriebe, die für einen vereinbarten Zeitraum oder auch kurzfristig auf die Lieferung von Strom verzichten können, wenn im Stromnetz gerade nicht genügend Strom vorhanden ist.

Konzessionsabgabe = Gemeinden erhalten von Energie-Netzbetreibern eine Konzessionsabgabe als Gegenleistung für die Benutzung der öffentlichen Straßen und Wege zur Verlegung von Strom- und Gasleitungen. 



ERFAHRUNG MIT WINDRÄDERN 

Im Jahre 2001 hat meine Familie am Niederrhein einen alten denkmalgeschützten Bauernhof mit ca. 2 ha Land gekauft. Der Hof lag in einer dünn besiedelten Bauernschaft mit verstreut liegenden kleinen Gehöften im damals von mir gepachteten Jagdrevier. Er grenzt im Norden an ein ausgedehntes Waldgebiet, im Westen und Süden an große Gemüse- und Blumenplantagen. Ein idealer Ort für meine mit der Natur verbundene Tochter mit Familie, die dort seit 2001 wohnt. Im Laufe der Jahre haben Tochter und Schwiegersohn das Gehöft komplett saniert und für Pferdehaltung als Hobby hergerichtet. Sie leben mit drei Töchtern (heute 10, 12 und 14 Jahre alt) in der Natur. 

Vor einigen Jahren da rückten die Bagger an, die die Wege zerstörten und drei große Windräder (150 und 180m hoch) im Abstand von ca. 800 m bis 1200 m wurden errichtet. Dazu ein kurzer Erfahrungsbericht heute nach 4 Jahren: 

Die Geräusche der Rotoren sind permanent zu hören, je nach Windrichtung mal stärker mal schwächer aber nie ganz weg. 

In ruhigen Nächten je nach Windstärke gehen die Geräusche zurück. Es bleibt jedoch die ständige Vibration, die selbst über die Bettdecke auf den Körper übertragen wird, vergleichbar einem Bass im Rockkonzert, den man noch im Bauch fühlt obwohl die Musik leise gedreht wurde. 

Beim Reiten hält man möglichst Abstand zu den Windrädern. Die Pferde reagieren nervös und könnten scheuen.

Der Vorsitzende des örtlichen NABU berichtet uns regelmäßig von geschredderten Vögeln und insbesondere auch Fledermäusen. 

Fazit: Der materielle und der ideelle Wert unseres Hofes haben erheblich eingebüßt.  

Lennestadt/Straelen im Januar 2021 

Dr.–Ing. Siegfried Henders