GEGENWIND
    Bürgerinitiative     Oedingen-Cobbenrode

Windräder und ihr Einfluss auf den Tourismus

   

In den Ortschaften um den geplanten „Windpark“ Herrscheid befinden sich zwei größere Hotels, mehrere Gasthöfe und Kinder-Ferien-Bauernhöfe sowie kleine Pensionen bzw. Ferienwohnungen die im Nebenerwerb betrieben werden. Der Tourismus stellt für unsere Region einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar, vor allem wenn man die Wertschöpfungskette über die reine Beherbergung von Touristen weiter betrachtet, wie z.B. Gastronomie und Einzelhandel.  

Die Touristen, die hier Urlaub machen, möchten die Natur und die Ruhe genießen und sich vom oftmals stressigen und lauten Alltag der Großstädte erholen. Die Altersklasse der Urlauber erstreckt sich von jungen Familien bis vor allem hin zu älteren Generationen. Sie alle möchten die Natur hier genießen und kleine oder große Wandertouren durch das Land der tausend Berge unternehmen. Grade im letzten Jahr, als durch die Corona-Pandemie die Leute nicht im Ausland Urlaub machen konnten, haben sehr viele das Sauerland schätzen gelernt. Aber auch aktuell ist die Region rund um den geplanten Windpark an den Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel für Wander- und Naturliebhaber aus den umliegenden Ortschaften.  

Doch wie werden sich die geplanten Windräder auf den Tourismus in unserer Region auswirken?  

Windenergieanlagen werden als raumbedeutsam eingestuft und prägen somit das Landschaftsbild. Aber gerade das Landschaftsbild ist für unsere Region eine starke touristische Attraktivität; dieses Landschaftsbild ist maßgeblich dafür, dass Wanderfreunde und Naturliebhaber bei uns Urlaub machen. Doch dieses Landschaftsbild würde durch die Windenergieanlagen zerstört bzw. zerstückelt.

Hin zu kommt noch, dass beliebte Wanderwege im Bereich Herrscheid (u.a. ein Rundweg entlang des Höhenzuges und eine Wanderstrecke Richtung Oedingerberg bzw. Schneiderskopf) direkt durch den Windpark verlaufen und der Abstand zu den geplanten Windrädern teilweise keine 50 Meter beträgt. Durch die optisch bedrängende Wirkung der Windräder und den erzeugten Lärm der Rotorblätter, wird dieses Gebiet unsere Urlauber nicht mehr zu idyllischen Wanderungen einladen.  

Aktuell sind die Wälder in unserer Region schon stark vom Borkenkäfer heimgesucht und zerstört worden. Dies wird sich vermutlich auch noch in der nächsten Zeit fortsetzen. Hierdurch wird sich das Landschaftsbild unweigerlich ändern, eine Änderung die wir bereits nach Kyrill erfahren mussten. Gegen Naturgewalten sind wir machtlos, aber das Landschaftsbild und die Natur dürfen nicht noch mehr durch den Bau von Windindustrieanlagen an sensiblen Stellen zerstört werden.  

Gerade im Winter, wenn eine Vereisung der Rotorblätter droht, werden diese Wanderwege unter Umständen nicht mehr genutzt werden können, denn es droht Eiswurf von den Windrädern. Dieses kann beim Anlaufen der Rotorblätter oder aber auch wenn es taut, im Stand von den Rotorblättern fallen. Im Umfeld von den Windrädern werden entsprechende Warnschilder aufgestellt. Ein zuverlässiger Schutz der Menschen, die die Wanderwege nutzen, würde aber nur durch entsprechend großflächige Absperrungen erreicht.  

Durch die zuvor genannten Gründe gehen wir davon aus, dass der Tourismus in unserer Region nachlassen wird und sich Gäste für andere Urlaubsregionen entscheiden werden.  Stammgäste werden abwandern, da gerade sie auf Veränderungen sensibel reagieren. Der Hotelier Alfons Schnieder (Eigentümer Hotel Rimberg und Jammertal Resort) hat sich bereits in einem Artikel in der Westfalenpost vom 10 August 2017 gegen Windkraftpläne im Raum Schmallenberg geäußert. Auch er befürchtet einen Rückgang im Tourismus durch „Windparks“. Dies würden bereits Erfahrungen aus anderen Regionen wie Hunsrück und Eifel zeigen.  

Auch Studien weisen bereits auf die negativen Auswirkungen der Windenergie auf den Tourismus hin. Eine zielgruppenspezifische Studie von Januar 2013 bis Januar 2015 unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack hat insgesamt 643 Wanderer befragt, um die Akzeptanz von Windenergieanlagen an Wanderwegen zu untersuchen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich 45% der Befragten von den Windenergieanlagen gestört fühlen und sogar 14% der befragten Wanderer einen bestimmten Wanderweg auf Grund der Präsenz von Windrädern nicht mehr nutzen werden. Laut der Studie werden Windräder bei der befragten Personengruppe in der Altersklasse bis 29 Jahre deutlich weniger als störend empfunden, als bei Wanderern über 50 Jahre. Gerade bei uns im Schmallenberger und Esloher Sauerland machen die über 50-jährigen Wanderer und Naturliebhaber mindestens einen Anteil von 50 % aller Gäste aus.  

Andere Analysen bestätigen zudem, dass sich Windkraftanlagen negativ auf den Tourismus im nahen Umland von bis zu 20 Kilometern auswirken können. Das würde bedeuten, dass der geplante „Windpark“ noch Auswirkungen auf die gesamte Tourismusbranche im Schmallenberger Sauerland bis angrenzend an die Region Winterberg hätte.  

Unserer Ansicht nach gibt es andere Regionen, in denen der Ausbau von Windenergie umweltverträglicher, naturschonender und optisch vertretbarer möglich ist. Die reiseerfahrenen Deutschland-Touristen reagieren äußerst sensibel auf Eingriffe in die Natur. Besonders Touristen aus den Niederlanden und Belgien reagieren sehr sensibel auf die Eingriffe der Windräder in die Natur, da sie mit diesen schon in ihren Heimatländern genug konfrontiert und belastet sind.    

Die Tourismusregion „Esloher und Schmallenberger Sauerland“ muss dringend geschützt werden.

   

Unsere Unterstützer:

 

Berghotel Habbel, Cobbenrode

Hotel Hennemann, Cobbenrode

Gasthof Zur Post, Cobbenrode

Ferienhof Schade, Obermarpe

Gasthof Voss, Arpe

Ponyhof Meier, Eslohe

Landhotel und Wandergasthof Beckmann, Wenholthausen

Landgasthof Reinert, Reiste

Hotel Kleins-Wiese, Bad Fredeburg